„Die Zusagen der Wirtschaftsverbände, in diesem Jahr jedem Lehrstellenbewerber einen Ausbildungsplatz zur Verfügung zu stellen, wird auch hoffentlich in die Tat umgesetzt“, so der Bundesvorsitzende des Bundesverbandes der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS), Berthold Gehlert. Auf Druck der Kanzlerin hatten beim Gipfel am 22. April die Wirtschaftsverbände diese Zusage gegeben. „Besonders freut uns“ so Gehlert weiter, „dass diese auch für die Altbewerber gilt, die sich in den vergangenen Jahren vergeblich um eine Lehrstelle bemüht haben.“ Angela Merkel hat zudem auf dem Gipfel die Wirtschaft mit Nachdruck aufgefordert, den Verpflichtungen aus dem Ausbildungspakt nachzukommen und in diesem Jahr tatsächlich mehr als 600.000 Ausbildungsplätze anzubieten.
„Hoffentlich bleiben die Versprechungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) keine Makulatur“, so der BLBS-Vorsitzende. Skepsis ist angebracht, da wir in der Vergangenheit auch mit anderen Wirtschaftsverbänden nicht immer positive Erfahrungen gemacht haben. Die Vertreter des DIHK haben nämlich versprochen, ihr Pflicht zu erfüllen und wie Hans Heinrich Driftmann sagte: „Das wird nicht durch Rundschreiben und Äußerungen in den Medien geschehen, sondern schlicht und einfach durch Klinkenputzen.“ „Lippenbekenntnisse sind in der gegenwärtig schwierigen wirtschaftlichen Situation fatal. Jetzt gilt es, wieder Vertrauen herzustellen. Und daher ist es ganz besonders wichtig, den Aussagen führender Vertreter der Wirtschaftsverbände trauen zu können“, so der BLBS-Vorsitzende. “Diesmal muss die neuerliche Zusage der Wirtschaft eingehalten werden.“
In diesem Jahr werden sich aufgrund des Geburtenrückgangs vor allem
in den ostdeutschen Bundesländern fünf Prozent weniger Bewerber um eine
Lehrstelle bemühen, während sich bundesweit noch immer etwa 50 Prozent
Altbewerber auf dem Markt befinden.
„Die Wirtschaft benötigt – das bestätigen alle Prognosen – nach dem Ende
der Rezession bestens ausgebildete, hochqualifizierte Fachkräften auf
allen Ebenen. Jetzt besteht die beste Möglichkeit, hier vorsorgend tätig
zu werden und möglichst allen Jugendlichen eine Lehrstelle anzubieten“,
forderte Gehlert die Wirtschaft auf und weiter: „Die beruflichen Schulen
sind bestens gerüstet, ihren Part bei der dualen Ausbildung zu
übernehmen, um die hochqualifizierten Fachkräfte auszubilden!“