Digitalisierung: Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte entscheidend

Jahresgespräch der dbb Lehrerverbände mit der Kultusministerkonferenz (KMK)Von links nach rechts: Dr. Ernst G. John (VLW), Stefan Düll (DPhV), Gitta Franke-Zöllmer (VBE), Dr. Bernd Uwe Althaus (KEG), Helmut Holter (KMK-Präsident), Jürgen Böhm (VDR, Stv. dbb BuVoSi), Eugen Straubinger (BLBS). Foto: dbb

Beim Jahresgespräch der dbb Lehrerverbände mit der Kultusministerkonferenz (KMK) hat der stellvertretende dbb Bundesvorsitzende Jürgen Böhm die Digitalisierung und den Lehrermangel als besondere Herausforderungen für das Bildungswesen herausgestellt.

„Nur wenn es gelingt, die Schulen und die Lehrkräfte fit für Bildung in der digitalen Welt zu machen, hat Deutschland eine realistische Chance, mit den Veränderungen des Arbeitsmarktes und des gesellschaftlichen Lebens Schritt zu halten“, sagte der für Bildung zuständige dbb Vize am 15. März 2018 in Berlin. Hoffnung mache diesbezüglich die Ankündigung im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung, massiv in die digitale Schulinfrastruktur zu investieren. Ganz entscheidend werde aber auch die entsprechende begleitende Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte sein. „Digitale Medien werden Schulen und Lehrkräfte nicht überflüssig machen. Im Gegenteil: Sie bieten große Chancen, bereits bisher als wichtig erkannte Unterrichts- und Lernziele wie selbständiges, problemorientiertes und forschendes Lernen, die Förderung individueller Entwicklungspotenziale sowie Teamfähigkeit noch intensiver und umfassender zu verfolgen und Lernen effektiver zu gestalten. Die Lehrkräfte müssen aber darauf vorbereitet werden, diese Potentiale zu heben.“ Um hierfür die besten Wege herauszuarbeiten, haben sich KMK und Lehrerverbände in dem heutigen Gespräch auf einen institutionalisierten Abstimmungsprozess verständigt.

Um sich der Digitalisierung mit der gebotenen Sorgfalt annehmen zu können, müsse umgehend der bereits bestehende Lehrermangel behoben werden, betonte Böhm. Dabei gehe es nicht nur um Quantität, sondern auch Qualität. „Es kann nicht angehen, dass Seiteneinsteiger ohne verbindliche Vorbereitung mit den Schülerinnen und Schülern allein gelassen werden“, stellte Böhm klar. Die Qualifizierung der Seiteneinsteiger müsste deutlich vor dem ersten Unterrichtseinsatz beginnen. Erst dann könne sich die berufsbegleitende Weiterqualifizierung anschließen. „Die Länder müssen außerdem ihre Universitäten in die Pflicht nehmen und die für ihre Schulformen erforderlichen Lehramtsstudiengänge entsprechend des eigenen Bedarfs anbieten, anstatt darauf zu setzen, sich in anderen Bundesländern zu bedienen.“