DEQA-Vet Fachtagung
Sehr gute Qualitätssicherungspraxis der berufsbildenden Schulen wird anerkannt

Am 1. Oktober 2014 fand im Hause des Bundesinstituts für Berufsbildung die 6. Fachtagung der Deutschen Referenzstelle für Qualitätsentwicklung in der beruflichen Bildung statt. Das Leitthema: „Attraktivität der beruflichen Bildung im Betrieb und den berufsbildenden Schulen durch Qualitätssicherung“ wurde in Fachvorträgen und vier moderierten Workshops von ca 160 TN reflektiert und diskutiert.

Die berufsbildenden Schulen sind auch in der Zukunft unverzichtbar, weil die hohen Qualitätssicherungsstandards eine verlässliche Aus- und Weiterbildung in der beruflichen Bildung garantieren. Die schon vorhandenen Erfahrungen der Qualitätsdiskussionen im Klassenraum, den Lehrerteams, den Schulbehörden und Kultusministerien sind ein gutes Fundament für den notwendigen erweiterten Dialog mit den dualen Partner vor Ort. Gerade die Klein- und Mittelbetriebe (KMU) sowie die Innungen profitieren von der Kompetenz der Lehrkräfte an den beruflichen Schulen. Die hohe Qualität der Berufsschullehrkräfte wird auch gerne zur Aus- und Fortbildung von Handwerkern genutzt.

Eine koordinierte Kooperation aller Bildungspartner – Betriebe, berufsbildende Schulen, überbetrieblicher Ausbildungszentren sowie weiterer regionaler Bildungspartner – ist der Schlüssel für eine gesicherte Berufsausbildung. „Speziell die Attraktivität der handwerklichen Berufsausbildung könnte so gesteigert werden“, so OStD Nowatschin im Forum 3: „Regionale Qualitätsinitiativen und –netzwerke“.

Die anwesenden Berufsbildungsexperten waren sich einig, dass die vielfältigen Modellversuche regional mehr bekannt gemacht werden müssen.

Auf Vorhandenem aufbauen und optimierter nutzen, so versteht sich auch das weiterentwickelte „digitale Berichtsheft“, als betriebliches Qualitätssicherungs-instrument. Es bietet eine Chance für betriebliche Ausbilder, intensiver in die Qualitätsdiskussion mit ihren Auszubildenden einzusteigen und über die Selbst- und Fremdeinschätzung des Leistungsstandes, die Ausbildungsfortschritte besser beurteilen zu können.

Die Attraktivität (Qualität) der dualen Ausbildung lässt sich nur durch noch intensivere Qualitätsdiskussionen und Verbesserungsmaßnahmen vor Ort nachhaltig zu sichern.

Informationsmangel und zu wenig Qualitätsdiskussionen bei den Bildungsbeteiligten sind die wesentlichen Hemmnisse, um erfolgreich gemeinsam auszubilden. Ausbildungsabbrüche sind meistens Folge einer unzureichenden ganzheitlichen Berufsorientierung. Es gibt erfolgreiche Beispiele, bei denen die Bildungsakteure in der Region ein abgestimmtes und ganzheitliches Berufsorientierungskonzept praktizieren. Auch die Anforderungen in der BBS, sowie der notwendige Förderbedarf der Auszubildenden müssen dem Betrieb und der berufsbildenden Schule am Beginn der Ausbildung bekannt sein. Ein Fördern und Fordern geht nur, wenn die schon von den allgemeinbildenden oder Förderschulen diagnostizierten Förderbedarfe am Anfang der Ausbildung den dualen Partnern bekannt sind und auskömmliche personelle Ressourcen (Sozialarbeiter / Betreuungspersonal u.a.) den dualen Partnern zur Seite gestellt werden.

OStD Nowatschin warb u.a. auch für BBS-Futur, als Qualitätsportal zur Sichtung von Best-Practice der beruflichen Bildung und für das Diskussionsforum zur Weiterentwicklung der beruflichen Bildung in den Regionen und in Europa.

BBS-Futur sei ein richtungsweisendes und auf Nachhaltigkeit ausgelegtes Online-portal und bietet einen wertvollen Ansatz, um im Zeitalter der endlichen Ressourcen an Personal und sächlicher Ausstattung, das Wissen gemeinsam zu teilen.

Weitere Informationen: https://www.deqa-vet.de