BLBS-Vize Nowatschin zu Ratsbeschlüssen

BLBS-Vize Nowatschin

Am 20. und 21. Mai tagte der Rat der Europäischen Union für Bildung, Jugend, Kultur und Sport in Brüssel. Auf der Tagesordnung standen unter anderem eine gemeinsame Strategie für eine moderne und effiziente Lehrerausbildung und eine Diskussion über die Chancen und Herausforderungen der grenzüberschreitenden Bildung. „Der Rat hat gute und richtige Beschlüsse gefasst, die Stoßrichtung stimmt. Allerdings müssen diese allgemein formulierten Ziele nun in konkrete Schritte in den Mitgliedstaaten umgesetzt werden. Außerdem muss verstärkt in die Bildung investiert werden“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbands der Lehrerinnen und Lehrer an berufsbildenden Schulen (BLBS) Stefan Nowatschin am 22. Mai in Berlin. Die Herausforderungen der digitalen Lebens- und Arbeitswelten und der europäischen Integration für die Bildung müssten dringend mit mehr Entschlossenheit bewältigt werden.

„Technisch gibt es mittlerweile hervorragende Möglichkeiten, Bildungszusammenarbeit über Grenzen hinweg zu ermöglichen. Leider haben viele Schulen nicht die nötige moderne Ausstattung dafür“, so Nowatschin. Meist fehlten zudem die entsprechenden Rahmenvereinbarungen, welche Technik wann in welchem Maße genutzt werden könne. „Die Bildung droht in diesem Gebiet den Anschluss zu verlieren. Schulen müssen den Schülern auch die digitalen Möglichkeiten im beruflichen Kontext aufzeigen. Für die meisten jungen Menschen sind zumindest im Privaten neue Medien zum Alltag geworden. Das muss auch in der Schule so werden.“ Die Bildungseinrichtungen müssten Eigenverantwortung und Selbstbewusstsein im Umgang mit den neuen Medien vermitteln können.

Auch Lehrkräften müsste eine gewisse Freiheit gegeben werden. „Es gibt sehr viele gute Ideen, die digitale Welt in den Unterrichtsalltag einzubauen, hier muss Kreativität zugelassen werden.“ Kritisch sieht der BLBS-Vize allerdings die allgemeinen Beschlüsse des Rates zur Lehrerausbildung, die diesen Themenbereich explizit nennen. Es sei zwar ein gutes Zeichen, dass die Regierungen der Mitgliedstaaten sich auf ein Grundsatzpapier einigen konnten, aber auf nationaler Ebene müssten nun in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern konkrete Konzepte entwickelt werden, Lehrer während und nach der Ausbildung auf neue Entwicklungen vorzubereiten. „Es reicht nicht, die Notwendigkeit digitaler Unterrichtsmethoden für den Schulalltag zu erkennen. Es müssen nun endlich auch konkrete Lösungen entwickelt werden. Die Lehrkräfte sind da nicht alleine in der Verantwortung, sondern alle am Schulbetrieb Beteiligten.“

Quelle: www.dbb.de