Quo vadis? Geplante Schulamtsreform in Brandenburg

Quo vadis? Geplante Schulamtsreform in Brandenburg

Die brandenburgischen Lehrerverbände beruflicher Schulen hatten zum 23.11.2013 ins Oberstufenzentrum Werder (Brandenburg) eingeladen. Neben der Buchvorstellung des Vorsitzenden des Deutschen Lehrerverbandes (DL), Josef Kraus, erfolgte eine Diskussion über die geplante Schulamtsreform. Daran nahmen Vertreterinnen und Vertretern des Brandenburgischen Landtages und des Kultusministeriums, der Landesvorsitzende des Landesverbandes der Lehrer an beruflichen Schulen Brandenburg (LLBS), Thomas Pehle, Thomas Michaelis vom Verband der Lehrerinnen und Lehrer an Wirtschaftsschulen (VLW) Brandenburg, der auch stellvertretender VLW-Bundesvorsitzender ist, und der stellvertretende BLBS-Bundesvorsitzende, Stefan Nowatschin, teil.

Schulamtsreform bietet Chancen

Viele der angesprochenen Diskussionspunkte zur geplanten „Verschlankung der Schulaufsichtsbehörde“ (Reduzierung der sechs Schulämter auf vier, Personaleinsparung) kamen dem stellvertretenden BLBS-Bundesvorsitzenden, Stefan Nowatschin, bekannt vor und er stellte dar, dass er dieses Thema vor einigen Jahren in Niedersachsen miterlebt habe. Die Reform böte eine Chance für die Weiterentwicklung der beruflichen Schulen. Als Leiter des niedersächsischen regionalen Kompetenzzentrums, die Berufsbildenden Schulen I Uelzen, skizzierte Nowatschin dazu seine positiven Erfahrungen über die Verantwortlichkeiten bei der Personalbewirtschaftung und Handlungsmöglichkeiten bei einer auskömmlichen Personalbudgetierung. Er empfahl, im Rahmen der Schulverwaltungsreform auch in Brandenburg die Chance zu nutzen, die Oberstufenzentren in ihrer Eigenverantwortlichkeit als regionale Kompetenzzentren zu stärken, so wie dies in Niedersachsen geschehen ist. Dazu bot er den Anwesenden der Verbände und des Ministeriums an, zu einer Beratung ins Nachbarbundesland nach Uelzen zu kommen.

Kraus: Die Leistungen der deutschen beruflichen Schulen werden zu wenig öffentlich gewürdigt

Josef Kraus betonte vor seiner Buchvorstellung mit dem Titel „Helikopter Eltern“ die besondere Bedeutung der berufsbildenden Schulen mit ihren vielfältigen Bildungschancen. Die verschiedenen Schulformen und der Erwerb von Schulabschlüssen gewährleisteten die Durchlässigkeit im deutschen Bildungssystem. Die besondere Stärke sei, so Kraus, dass jeder Abschluss einen Anschluss gewährleiste. Damit würden für die Schülerinnen und Schülern soziale Aufstiegschancen möglich werden. „Die erfolgreiche Arbeit der berufsbildenden Schulen wird von den öffentlichen Medien leider zu wenig kommuniziert!“, so Josef Kraus abschließend.

Fusion des LLBS und des VWL in Brandenburg

Die beiden Landesvorsitzenden gaben am Schluss der Tagung bekannt, dass sie im Frühjahr 2014 zu einem starken brandenburgischen Berufsschullehrerverband verschmelzen werden.