Der BLBS bei der Deutschen Gesellschaft für Bildungsverwaltung

Am 25. und 26. Oktober 2013 hat die Deutsche Gesellschaft für Bildungsverwaltung (DGBV) ihr drittes „Sankelmarker Gespräch“ zur Lehrerbildung durchgeführt. Das Seminar hatte zum Thema die „Lehrerbildung am Wendepunkt – Rückblick und Vorausschau“, war sehr prominent besucht und wurde von der Ministerin für Bildung und Wissenschaft des Landes Schleswig-Holstein Prof. Dr. Waltraud Wende eingeführt. Für den BLBS nahm der stellvertretende Bundesvorsitzende, Dr. Sven Mohr, teil.

Die vielfältigen Themen reichten von den Lehrfächern und ihrer Didaktik über den Bologna-Prozess mit seinen Folgen sowie die zukünftigen Lehrerbildung mit seiner Entwicklung bis zur Diskussion über neue Lehrerbildungsmodelle. Der Kreis der Referenten kam vorrangig aus den Universitäten.

In der Begrüßung stellte der Vorsitzende der DGBV Prof. Dr. Hans-Peter Füssel die Frage: „Wie oft die Lehrerbildung schon am Wendepunkt stand und ob 2013 wirklich ein neuer Anfang ist?“ In den Ausführungen fußten seine Hoffnungen für einen Wendepunkt dann vor allem auf die Bund-Ländervereinbarung zur Qualitätsoffensive zur Lehrerbildung bis 2023.

Besondere Beachtung und Diskussion löste beispielsweise der Beitrag von Prof. Dr. Hans-Peter Klein aus. In einem kurzweiligen Vortrag belegte er die Grenzen der Kompetenzorientierung und plädierte für die Stärkung der Fachwissenschaft im Lehramtsstudium. Die dabei geäußerte Kritik an den Fragestellungen in Abiturarbeiten und in der empirischen Forschung löste heftige Reaktionen aus. Jedoch nicht an der Grundposition, die auch aus Sicht des BLBS sicherlich sinnvoll ist. Angesprochen fühlten sich eher die Empiriker unter den anwesenden Professoren, allen voran der PISA-Spezialist Prof. Dr. Jürgen Baumert, der die Validität des Forschungsansatzes in der Kritik sah. Trotz der vielfältigen Kontroversen forderten die Redner und das Auditorium einheitlich die Stärkung der Fachwissenschaft und Fachdidaktik in den Lehramtsstudiengängen. In diesen Kontext passte auch die Forderung der Ministerin Wende: „ Solange mir keiner eine bessere Idee für den Lehrernachwuchs in den Mangelfächern präsentiert, werde ich mich für die Einführung von Lehramtsstudiengängen mit nur einem Fach einsetzen.“ Aus der Sicht des BLBS sicherlich eine nicht ganz unkritische Forderung, da die Flexibilität des Lehrereinsatzes leidet und auch standespolitische Bedenken genannt werden können.

In der Veranstaltung waren die Vertreter der beruflichen Schulen und der entsprechenden ministeriellen Abteilungen sehr stark vertreten. Neben den Wissenschaftlern bildeten die Berufspädagogen mit fünf aktiven und drei pensionierten Schulleitern beruflicher Schulen sicherlich die stärkste Gruppe.