Gabriels Bildungsgerechtigkeit - Nur wer studiert hat ist kompetent?

Die Äußerung des SPD-Vorsitzenden, Sigmar Gabriel, die Hausaufgaben abzuschaffen, da Akademiker-Eltern ihre Kinder besser unterstützen können als Nicht-Akademiker, stößt beim Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS) auf Ablehnung. „Diese Aussage ist sachlich und faktisch falsch“, so der BLBS Bundesvorsitzende OStD Eugen Straubinger.

Der BLBS verweist auf die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD), die in diesem Jahr die Bedeutung beruflich Hochqualifizierter für die Stärke der deutschen Wirtschaft anerkannt hat. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass der universitäre Bildungsabschluss Bachelor mit dem Meisterbrief, der an beruflichen Fachschulen erlangt werden kann, gleichzusetzen ist.

Gabriels Forderung nach Ganztagsschulen hingegen sieht der BLBS positiv, da Kinder an Ganztagsschulen besser gefördert und gefordert werden als Kinder, die zu Hause nicht stark genug unterstützt werden können.

„Eine starke Unterstützung für die eigenen Kinder ist dabei prinzipiell nicht an den Schulabschluss der Eltern gekoppelt, Herr Gabriel“, so der BLBS-Bundesvorsitzende OStD Eugen Straubinger, vielmehr müssten Hausaufgaben so gestellt werden, dass die Kinder sie selbstständig ohne die Hilfe der Eltern bearbeiten können. Auch Nicht-Akademiker könnten dann jederzeit Hilfestellungen geben.