EU beschließt Europa 2020 - Cesi Tagung in Riga. EDUC-Mitglieder Monique Cartigny und Berthold Gehlert fordern einen verstärkten Einsatz für den Bildungsbereich.

Cesi TagungDer Gipfel der Staats- und Regierungschefs in der Nähe von Brüssel schien wieder nur ein Thema zu kennen: die Überwindung der Krise in Griechenland. Doch im Windschatten dieser wichtigen Entscheidungen wurde ein Programm beschlossen, das für die Zukunft der EU ebenso wichtig werden könnte: die Europa 2020-Strategie. Ein Kernziel dieses Zukunftspakets ist die verbesserte Bildung in der EU. Wie schon ihre Vorgängerin setzt auch die Europa 2020-Strategie ehrgeizige Vorgaben.

(Foto: CESI)

Die Vorsitzende des Fachausschusses "Bildung, Ausbildung, Forschung und Jugend" (EDUC) der CESI, Monique Cartigny, bewertet die Bildungsziele der Strategie positiv. „Die neuen Vorgaben der europäischen Strategie sind mit den entsprechenden Anstrengungen durchaus zu erreichen“. Auch die Möglichkeit, nationale Ziele zu setzen, sei ein großer Fortschritt. Allerdings müßten die Ziele der Strategie anders als bei den Lissabon-Zielen, nun entschiedener in den einzelnen Staaten umgesetzt werden. „Wir können es uns nicht leisten, weitere zehn Jahre nur geringe Fortschritte zu sehen. Die Europa 2020-Strategie muß ein Erfolg werden, damit wir unsere Kinder angemessen auf die Zukunft vorbereiten.“

Der Vorsitzende des Bundesverbandes für Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS) und EDUC-Mitglied Berthold Gehlert lobte die Grundausrichtung der Strategie. „Die Bildungsziele der neuen Strategie gehen in die richtige Richtung. Europas wichtigste Ressource ist die Bildung!“ Für wichtig hält er, dass im Bildungsbereich die Zusammenarbeit aller Beteiligten gefordert wird und die Attraktivität der beruflichen Aus- und Weiterbildung gesteigert werden soll. „Unser deutsches System der dualen Ausbildung hat sich trotz aller Probleme im Grundsatz bewährt. Wir erreichen sowohl im dualen System als auch in der vollzeitschulischen Berufsausbildung Ausbildungsstandards, die im internationalen Vergleich vorbildlich sind. Voneinander lernen ist das richtige Rezept für die Bildungspolitik in Europa“, so Gehlert.